Nieblum – Perle der Nordsee

Auf halber Strecke zwischen Wyk und Utersum liegt Nieblum - zweitgrößter Ort und wohl das schönste Dorf auf Föhr und eines der schönsten Dörfer in Schleswig-Holstein, mit schmucken Friesenhäusern, mächtiger Kirche und einem ruhigen Strand - lang und breit. In Nieblum auf Föhr kommen heute auf jeden Einwohner 27 Gäste. Nieblum ist neben Wyk auf Föhr die älteste Fremdenverkehrsgemeinde der Insel Föhr.

Nieblum war traditionell ein Kapitänsdorf. Vermögende Leute haben sich hier niedergelassen. Von Ihrem Reichtum zeugen die großen, prächtigen Friesenhäuser, die weitgehend erhalten blieben und den Ort heute zu einem "Schmuckstück" der Insel Föhr machen. Nieblum bekam schon mehrfach Preise bei Dorfwettbewerben. Die weißblauen und roten Kapitänshäuser haben oft Reetdächer. Sie sind aus dem 18. Jahrhundert und zeugen noch heute von dem “Goldenen Zeitalter”. Föhringer Seeleute waren (zumeist auf holländischen Schiffen) erfolgreich. Erst als Walfänger im Nordmeer, dann in der Handelsschifffahrt.

Die katzenkopf- oder meerkieselgepflasterte kleinen Straßen sind prächtige Lindenalleen und viele blühende Rosen wachsen in den Gärten und an den Hauswänden. Der Dorfteich des Seebades im Kurpark lädt zum Verweilen ein

Das Ortsbild wird neben den alten Reetdachhäusern vom imposanten "Friesendom", der Johannis-Kirche geprägt. Sie ist die größte der drei Inselkirchen. Vor fast 600 Jahren wurde die Nieblumer Kirche erbaut, damals stand sie an der Grenze der Gemarkungen Goting, Nieblum und Alkersum. Das ursprüngliche Dorf Nieblum lag seinerzeit noch sehr viel weiter in Richtung Nordsee. Erst nach den großen Sturmfluten, vor allem nach der des Jahres 1634, zogen die Nieblumer weiter ins Landesinnere, an ihre Kirche heran. Nach 1634 ist dann der Ortskern in der Form entstanden, in der er noch heute erhalten ist.

St. Johannis, der mächtige “Friesendom”, wurde im 13. Jahrhundert gebaut. Das Taufbecken ist noch hundert Jahre älter. Der kostbare Schnitzaltar stammt aus dem späten 15. Jahrhundert. Im Schatten von St. Johannis sind Seeleute begraben, die von allen Fahrten wohlbehalten zurückkehrten und ihren Lebensabend auf der Heimatinsel genießen konnten. Rund 40.000 Menschen besuchen jährlich den Friedhof von St. Johannis mit den besonderen Grabsteinen.

Die Landwirtschaft hat in Nieblum nie eine große Rolle gespielt, wie in den anderen Föhrer Inseldörfern. So erlebte der Ort, nachdem die Blütezeit des Walfangs vorbei war, eine Wandlung vom reichen Kapitäns- zum armen Arbeiterdorf. Erst der Tourismus brachte wieder neuen Aufschwung. Schon 1848 wurde ein Antrag auf Einrichtung einer Badeanstalt gestellt, der allerdings - wohl auch aus moralischen Gründen - abgelehnt wurde. Doch der Einzug der Erholungssuchenden ließ sich nicht mehr aufhalten. Um 1899 inserierte Witt's Gasthof erstmals im Insel-Boten und ein Jahr später auch auf dem Festland. Im Jahr 1904 wurde eine Interessengemeinschaft zur Anwerbung von Gästen gegründet und im Jahr 1919 erschien das erste Nieblumer Gastgeberverzeichnis. Damals gab es in der Gemeinde 55 Anbieter mit immerhin 390 Betten. Inzwischen ist der Fremdenverkehr zum Haupterwerbszweig der 760 Nieblumer geworden. Es gibt hier rund 1.800 Betten. Jährlich werden rund 20.000 Gäste und 280.000 Übernachtungen gezählt. Seit 1976 ist das Dorf "Nordsee-Seebad".

Die Gemeinde bietet einen über 6 km langen feinsandigen Badestrand, der nur 10 Gehminuten vom Ortskern entfernt ist. Zu ihr gehört seit 1970 auch das benachbarte Goting, früher ein eigenständiges Dorf und nur einige Fahrradminuten von Nieblum entfernt. Der Ortsteil Goting bietet besonders Strandurlaubern gemütliche Urlaubsquartiere – und eine Abendstimmung am Gotinger Kliff, die ihresgleichen sucht. Das Kliff ist bis zu 9 m hoch und gewährte, bevor es in jüngerer Zeit von Sandverwehungen verdeckt wurde, einen Einblick in den geologischen Aufbau der Föhrer Geest. Am Kliff liegen Geröll, Steine und Findlinge am Strand. Nieblum besitzt in der Nähe des Strandes ein eigenes Leuchtfeuer.

Ihre Besorgungen können Sie bequem in unserem Dorf machen, hier finden Sie alles für den täglichen Bedarf. Friesische Küche und andere Spezialitäten bieten die vielen Restaurants und Cafe`s in unserem Ort an.

Für Abwechslung sorgen unsere vielen Veranstaltungen wie Konzerte oder Ringreiten.

Informationen dazu bieten Aushänge z. B. im "Dörpshus", Sitz unserer Kurverwaltung.

Weil Nieblum so schön und deshalb auch in der Hauptsaison so gefragt ist, empfiehlt der Kenner den entspannten Herbst oder das stille Frühjahr.

Nieblum bietet mit seiner 27-Loch-Golfanlage eine der gepflegtesten Golfanlagen Norddeutschlands, außerdem finden Sie bei uns eine Surfschule und einen Tennisplatz.

Seit den 1950er Jahren nutzte das Ernst-Schlee-Gymnasium in Hamburg-Groß Flottbek ein Schullandheim in Nieblum. Nach der Umwandlung in eine staatliche Handelsschule übergab man das Heim dem Gymnasium Othmarschen im gleichnamigen Hamburger Stadtteil.

Nieblum ist auch Geburtsort des Walfangkapitäns Jens Jacob Eschels *12. Dezember 1757 in Nieblum, † 7. Juni 1842 in Altona. Er wurde bekannt durch seine Autobiographie, „Lebenserinnerungen eines alten Seemannes“ und erlangte eine gewisse Berühmtheit.

Sein Geburtshaus im Karkstieg 7 steht noch, kann aber nicht besichtigt werden.

Eine weitere Persönlichkeit ist Carl-Christian Arfsten, *10. November 1889, † 31. Dezember 1969, deutscher Politiker (CDU), MdL (Schleswig-Holstein).

(c) Peter Hering(c) Peter Hering

(c) Peter Hering