Geschichte

Föhr ist seit mehr als 7.000 Jahren besiedelt. Im Westen der Insel werden Hünengräber (ca. 500 Grabhügel der Bronzezeit) gebaut, ein Ringwall bei Borgsum (Lehmbecksburg um 1000 n. Chr.). Die Wikinger beeinflussten die Entwicklung der Insel im 8., 9. und 10 Jahrhundert. Die Christianisierung erfolgt um 1100 und findet sehr früh ihren Höhepunkt (um 1150) in den drei großartigen romanischen Inselkirchen St. Johannis (Nieblum), St. Nikolai (Boldixum-Wyk) und St. Larentii (Süderende). Zwischen dem 11. und 18. Jahrhundert wurde Salzsiederei betrieben. Aus Seetorf gewann man Salz, das "Weiße Gold". Salz wurde als Konservierungsmittel zu sehr hohen Preisen gehandelt.

Von ca. 1600 bis 1830 wurde die Insel von der Walfängerzeit bestimmt. Vom Petritag (21. Februar) bis Michaelis im Oktober fuhren die Männer der Insel auf holländischen, englischen und dänischen Schiffen nach Grönland und Spitzbergen zum Walfang. Heute noch wird der 21. Februar mit großen Biikefeuern auf der Insel gefeiert. Die Insulaner galten zu allen Zeiten als vorzügliche Seeleute, die oft die wichtigsten Positionen an Bord innehatten. 1650 – 1780 gilt als 2. Goldenes Zeitalter. Aus der Fremde brachten sie Erfahrung, Geld, Sitten und Bräuche mit. Die Kapitäne der Walfänger nannte man Commandeure. Ihre wertvoll eingerichteten Häuser sind noch heute in Nieblum und Süderende zu sehen. Ihre Grabsteine erzählen von ihren Erfolgen. Sie werden als "sprechende Grabsteine" bezeichnet, weil auf ihnen ihre Lebensgeschichten eingemeißelt sind. Auf den Friedhöfen der drei Föhrer Kirchen sind die Steine zu bewundern.

Zwei besonders schwere Sturmfluten kosteten vielen Föhrern das Leben. Sie gingen in die Geschichte ein.: 1362 die 1. Manndränke und 1634 die 2. Manndränke

Die Periode der Walfängerzeit brachte der Inselbevölkerung einen bescheidenen Reichtum und damit auch den Inselkirchen eine vergleichsweise üppige Ausstattung.

Es folgte die Zeit der Auswanderung, insbesondere nach Amerika. So bekennen sich noch heute ca. 28.000 New Yorker und 10.000 Einwohner Chikagos als Friesen von Föhr oder Amrum und pflegen dort ihr Brauchtum. Rückwanderer, die es in der neuen Welt zu einigem Reichtum gebracht hatten, bauten um die Jahrhundertwende 1800/1900 neue moderne Häuser auf Föhr.

In früherer Zeit beschränkte sich der Fremdenverkehr auf die Orte Wyk, das bereits 1819 Seebad wurde, Nieblum u. Utersum.

Bis zur Eröffnung der ersten Poststelle in Nieblum wurde die Post von Wyk nach Nieblum befördert und durch einen Boten ausgetragen. Der Nieblumer Bote war für Nieblum und für ganz Westerlandföhr zuständig. Am 9. Juni 1889 wurde die erste Postagentur in Nieblum errichtet. Der Posthalter war auch für die Zustellung der Post an die „Süddörfer“ der Insel bis Utersum verantwortlich.1890 eröffnete man die erste Fernsprechverbindung nach Wyk.

Im Zuge der Verwaltungsreform in Schleswig – Holstein wurde auch auf Föhr eine neue Amts- und Gemeindeneuordnung veranlasst. Dabei wurden die Ämter "Westerland- Föhr" und "Osterland-Föhr" zum "Amt Föhr-Land" vereinigt. Goting wurde mit Nieblum und Hedehusum mit Utersum zusammengelegt. Später erfolgte eine Zusammenlegung der Ämter „Föhr Land“, „Föhr“ und „Amrum“ zum neuen Amt Föhr-Amrum.